Kanada-Austausch des Bertha-von-Suttner Gymnasiums Andernach

In den Herbstferien besuchte eine Gruppe von 16 Schülern und Schülerinnen des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums die Partnerschule in Kanada. Zum 24. Mal flogen unter Leitung von Karin Keelan und Jens Schuhmacher Achtklässler zum Austausch mit der Arthur A. Leach School in Winnipeg. Neugierig machte sich die Gruppe auf den Weg nach Übersee und wurden von ihren kanadischen Partner schon gespannt erwartet. Nach einer 18-stündigen Flugreise wurden sie am Flughafen mit Willkommenspostern empfangen. Das Eis war schnell gebrochen.

Die Schule hieß unsere Schüler mit einem Imbiss herzlich willkommen. Gestärkt ging es dann in die Gastfamilien. Die Eltern in Kanada scheuten keine Kosten und Mühen, es ihren deutschen Gästen so angenehm wie möglich zu machen. Leckeres Essen, intensive Gespräche und interessante Ausflüge füllten die Zeit in den Familien.

Auch in der Schule lebten sich die Andernacher Schüler schnell ein, wenn auch der Tagesablauf oft neu für sie war: Assembly (Die Morgenversammlung) über Videobotschaft einmal wöchentlich, viele themenorientierte Veranstaltungen, wie z. B. der Residential School Day, der an die vielen ihren Familien weggenommenen eingeborenen Kinder erinnert, eine Praxis, die bis weit in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts stattfand. Erst Ende des letzten Jahrhunderts gab es ernsthafte Wiedergutmachungsgesten seitens der kanadischen Regierung, die inzwischen allgemein akzeptiert sind und von einer großen Öffentlichkeit getragen werden.

Ein anderes Beispiel ist der Terry Fox Run, der an den an Krebs erkrankten, aus Winnipeg stammenden Terry Fox erinnert. 1980 lief er den ‚Marathon of Hope': 7000 km durch Kanada, um Spendengelder für die Krebsforschung zu generieren. 2018 liefen in Winnipeg alle Schülerinnen und Schüler der Schule an diesem Tag für Terry Fox.

Die Schule organisierte Exkursionen zu geschichtsträchtigen Orten in Winnipeg, etwa einen Ausflug an den ca. 80km entfernten Lake Winnipeg oder nach Gimli, wo die Einwanderungspolitik Kanadas, die bereits kurz vor seiner Gründung Ende des 19. Jahrhunderts offensiv betrieben wurde, sehr anschaulich nachzuvollziehen war. Hier hatte man Mitte des 19. Jahrhunderts ganz bewusst Isländer angeworben, damit sie die Bevölkerungsdichte Kanadas erhöhten und somit die Angreifbarkeit gegenüber den Vereinigten Staaten geschwächt wurde.

Bis heute bewährt sich die tolerante Einwanderungspolitik Kanadas und ist fest in den Köpfen und Herzen der Menschen verankert. Leben in einer multikulturellen Gesellschaft ohne Vorbehalte und Ängste ist etwas, das die Schüler und Schülerinnen jeden Tag in Schule und Familie hautnah erleben konnten.