Großer Bertha-Tag am Bertha-von-Suttner-Gymnasium in Andernach

Gleich zweimal beging am Freitag, den 8. Juni, das Bertha-von-Suttner Gymnasium den 175. Geburtstag seiner Namensgeberin. Im Rahmen des alle drei Jahre durchgeführten ‚Großen Bertha-Tags', trafen sich die Orientierungsstufe im Andernacher JUZ, die anderen Jahrgänge versammelten sich zu einem Festakt in der Turnhalle.

Der Festakt wurde von der Schulleitung, Kolleginnen und Kollegen und der SV organisiert. Er stand unter dem Motto ‚Von Wegen leben'. Dazu wurde ein vielfältiges Programm auf der Bühne präsentiert. Die Schülerinnen und Schüler des BvSG konnten ausgewählten Liedern des Chors lauschen, wie ‚Imagine' von John Lennon und ‚My Way' von Paul Anker. Es wurden Ausschnitte aus dem Musical "9 TO 5" gezeigt, in dem es um die Stellung der Frau in der Arbeitswelt geht. Darüber hinaus spielte einer der besten Violinisten der Schule, Emmanuel Horn, aus dem Violinkonzert G-Dur von Joseph Haydn. Die Theater-AG unter Leitung von Stefan Naumann zeigte ein improvisiertes Stück zu den aktuellen Rollenmustern von Frauen, die in Deutschland leben und ihrem Umgang mit den gesellschaftlichen Erwartungen. Geschickt wurde mit weißen Masken auf den Hinterköpfen der sechs Protagonistinnen die Starre übergestülpter Rollenmuster eingespielt.

Ein Höhepunkt des Festaktes war die Vorstellung einer ‚Jugend debattiert'-Runde, bei der sich zwei Mannschaften aus jeweils einer Schülerin und einem Schüler zu einem aktuellen Thema eine streng reglementierte Debatten-Schlacht lieferten. Als Thema wurde pro und contra die Frage debattiert: Sollte die Sendung Wer wird ‚Germany's Next Top Model?' aufgrund der in Deutschland zunehmenden Magersuchtfälle verboten werden oder gilt das Prinzip der Medien-Freiheit und des ungebremsten Kommerzes? Gespannt verfolgten die Schüler/innen die Diskussion, mit sehr überzeugenden Argumenten auf beiden Seiten. Einerseits wurden widersprüchliche statistische Daten gegenübergestellt, anderseits wurde aus ethischer Sicht die ausgesprochen realistische Inszenierung diskutiert. Zwar sei klar, dass Heidi Klum keine pädagogische Botschaft verbreite, zugleich sei aber auch an die Verantwortung der Eltern zu appellieren, den Medienkonsum ihrer Kinder zu regeln.

Interessant war dann, dass zwei Mitgliederinnen des Vereins ‚Merida' aus Sinzig ihre Arbeit auf der Bühne vorstellten. Der Verein, der aus muslimischen Frauen besteht, hat das Ziel, sich für Religionsfreiheit, Gleichberechtigung und Toleranz gegenüber Minderheiten einzusetzen. Im laufenden Jahr hat die Gruppe fünf interessante Projekte gegen Rassismus durchgeführt, an denen sich überwiegend muslimische Mitbürger/innen beteiligten, womit gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Integration geleistet wurde.

Den absoluten Höhepunkt der Veranstaltung bildete der Auftritt des mehrfachen Weltmeisters im Kickboxen (K1), Mohamed Abdallah. Der 23-jährige, der den Gürtel seines letzten erfolgreichen Kampfes mitgebracht hatte, erzählte im Interview mit Schulleiter Ulrich Hotz äußerst freimütig über seinen Weg zum Sport. Da er als Jugendlicher mit sich und seinen schulischen Leistungen nicht zufrieden war, fand er einen guten Ausgleich im Kickboxen. Die Erfolge in den Wettkämpfen belohnten seinen disziplinierten Lebenswandel und gaben ihm Perspektiven für seine Persönlichkeitsentwicklung. Seine wechselhafte Schullaufbahn fand ihren Abschluss in einer Fachhochschulreife. Mittlerweile kann er von den Preisgeldern leben. Dafür muss er fast jeden Tag trainieren, mal in Holland, aber auch auf Teneriffa. Am Ende der Veranstaltung gab es eine Fülle an Selfies der begeisterten Schüler/innen mit dem berühmten Kickboxer.

Schulleiter Hotz bewertete den Vormittag als äußerst gelungen: "Hier erhalten talentierte Schülerinnen und Schüler eine Plattform, sich einerseits zu präsentieren und gleichzeitig erleben die zuschauenden Schülerinnen und Schüler eine aktive und lebendige Schulgemeinschaft, in der es sich lohnt, sich zu engagieren". Durch das Programm führte das aktuelle SV-Team, dem es gelang, immer wieder die Aufmerksamkeit des interessierten Publikums zu wecken.

Die Orientierungsstufe machte sich mit ihren Klassenleitungen gemeinsam auf den Weg ins Jugendzentrum Andernach und stieg mit einem Lied des Unterstufenchors sowie einer festlichen Rede des stellvertretenden Schulleiters Herrn Karsten Tofote in ein buntes Programm ein. In den Räumen des JUZ konnten die Schülerinnen und Schüler an diesem herrlichen Sommervormittag innerhalb ihrer Klassengemeinschaft verschiedene Stationen durchlaufen: Abwechselnd wurde das klassenstärkende Spiel "Fröbelkran" trainiert, in dem es darum geht, als Gruppe die aufgestellten Holzklötze nur mit Hilfe eines "Krans" (Metallbügel) aufeinander zu stapeln. Dabei stieg durch das gemeinsame Ziel den Turm zu bauen schnell die Spannung.

Außerdem wurden den Schülerinnen und Schülern der 5. und 6. Klassen Friedensspiele, die Erstellung einer Bertha-Collage sowie das Erlernen des eigens für diesen Tag choreographierten Bertha-Tanzes angeboten. Hierbei hatten auch die Lehrerinnen und Lehrer ihren Spaß. Durch Ergänzungsstationen, wie Akrobatik und Jonglage, verbrachten alle einen kurzweiligen Vormittag.