Ganztagsschule des BvSG in der Umweltlernschule

Die themenbezogene Exkursion der Ganztagsschule des Bertha-von-Suttner Gymnasiums führte dieses Jahr zur Umweltlernschule auf den Scheid in Niederzissen. Die Umweltlernschule steht auf dem Areal des Abfallwirtschaftsbetriebs des Kreises Bad-Neuenahr Ahrweiler im Industriegebiet Scheid und führt Projekte mit Schulen aus der Umgebung durch. Die Workshops an der Umweltlernschule gelten als Teil der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), das in Rheinland-Pfalz als Querschnittsfach gilt.

Die Schüler/innen und Schüler durchliefen den Tag in Gruppen an verschiedenen Stationen.
Abfallberater Tobias Beckers hat das Konzept dafür entwickelt. Sie lernten dabei die Arbeit und die Abläufe am Abfallwirtschaftszentrum kennen, der nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft arbeitet. Es wurde schnell klar: Warum trennt man eigentlich Müll? Wie wird der Müll getrennt? Wie gewinnt man fruchtbaren Boden? "Das hier ist aber nicht richtig sortiert", fiel einer Schülerin an den Sperrmüllcontainern auf! "Leider erhöht so etwas dann die Arbeit der Bediensteten auf dem Wirtschaftshof, denn sie müssen das falsch Sortierte mühsam in Ordnung bringen," meinte die Umweltberaterin.

Die nächste Station beschäftigte sich mit dem natürlichen Recyclingablauf. Dabei entdeckten die Schüler/innen die Bedeutung von Stabschrecken und Ameisen. Diese Insekten sind für die Qualität des Bodens unersetzlich. "Stabschrecken sind eigentlich ganz niedlich, wenn man sie mal über die Hand krabbeln lässt", sagte Emir, der erst damit zögerte.

Also Schluss mit: Mal eben auf eine Ameise oder ein anderes Insekt treten. Eine weitere interessante Station war: Woher kommt mein Handy? An einem komplett zerlegten Handy wurde den Schüler/innen bewusst, welche kostbaren Ressourcen verarbeitet werden, und zudem wurde vermittelt, dass es bei der Produktion überwiegend menschenunwürdig und unfair zugeht. Um den Besitz der Ressourcen wird in Bürgerkriegen gekämpft, wie das Beispiel Kongo zeigt. Die politischen Auseinandersetzungen werden hintergründig von den westlichen Staaten befeuert, obwohl sie angeblich ihre Hände in Unschuld waschen. Es wurde den Schüler/innen deutlich, dass unser Konsumverhalten indirekt die menschlichen Ungerechtigkeiten verstärkt. Es bleibt abzuwarten, ob sie ihr eigenes Konsumverhalten beim nächsten Handykauf überdenken. Jedenfalls hatten die Schüler/innen einen erlebnisreichen Tag, der manchmal nachdenklich stimmte.