Tag der Frankophonie am BvS

Am diesjährigen Tag der Frankophonie begrüßte Bürgermeister Peitz die Klasse 8c des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums Andernach im Alten Rathaus, die mit ihrer Klassenleitung Christiane Bals und der Fremdsprachenassistentin Ludivine Aubras in den Amtsräumen erschienen waren. "Frau Aubras, herzlich Willkommen hier bei uns in Andernach", begrüßte Herr Bürgermeister Peitz Ende März einen eher seltenen Gast. Die 22 Jahre junge Frau kommt von der Insel Réunion, und bereichert für ein Jahr den Französischunterricht des Gymnasiums. Die Schüler staunten, als sie hören, dass die kleine Insel, die ungefähr so groß ist wie das Saarland und im Indischen Ozean vor der Ostküste Afrikas liegt, ein französisches Übersee Departement ist und somit zur Europäischen Union gehört. "Viele Menschen wissen wirklich kaum etwas über meine Heimat", lacht Aubras und erzählt, wie glücklich sie ist, dass sich das zumindest am Bertha-von- Suttner Gymnasium nun ändert. Glücklich ist sie aber auch, dass sie in dem Jahr ihre sehr guten Deutschkenntnisse weiter verbessern kann und neue Freundschaften schließt. "Im Unterricht kann ich oft über mein Land und meine Familie erzählen." Und neue Ideen und frischen Wind hat sie auch im Gepäck. So initiierte sie anlässlich des alljährlich stattfindenden Tages der Frankophonie eine Ausstellung, die die Schülerinnen und Schüler dieser achten Klasse zum weiteren Blick über den Tellerrand einlud.

"Wir wissen ja jetzt, dass auf Réunion viele Menschen Französisch als Muttersprache sprechen und haben uns nun auch mit anderen Ländern beschäftigt, in denen Französisch eine große Rolle spielt", berichtet eine Schülerin. Die Jugendlichen erstellten Plakate und hielten auf Französisch Referate etwa über den Senegal, Marokko, Belgien, Kanada oder die Elfenbeinküste. "Vorher wußte ich gar nicht, dass ein großer Teil von der Schokolade, die wir hier essen, von der Elfenbeinküste kommt", erzählt eine Schülerin. "Und wir haben auch gelernt, dass Jugendliche in unserem Alter oft schon auf den Kakaoplantagen arbeiten, anstatt zur Schule gehen zu können." Und so wird auf einmal auch Schokolade zum Thema und zu welchen Bedingungen sie produziert wird. Als das Stichwort fairer Handel' fällt, liegt nahe, den Fair-Regio Laden in Andernach zu besuchen, um vor Ort Produkte kennenzulernen, die zu fairen Bedingungen und ohne Kinderarbeit hergestellt werden.

Abschließend zum Besuch im Historischen Rathaus drückte Bürgermeister Peitz die Hoffnung aus, dass Frau Aubras nach Ablauf ihres Jahres noch einmal wiederkommen wird. "Ganz bestimmt", sagt sie. "Ich kenne Deutschland noch nicht so gut, aber in Andernach gefällt es mir sehr."