Gemeinsam arbeiten - gemeinsam Spaß haben
AbiBac-Partnerschüler aus dem Elsass zu Gast am BvS

Intensives Fremdsprachenlernen hat eine lange Tradition an unserer Schule. Daher ist es immer besonders schön, wenn wir ausländische Gäste in unserer Schule empfangen können, um das Gelernte in die Praxis umzusetzen. So freuten sich die bilingualen Klassen 10c und 10d über den Besuch von 33 französischen Gastschülern aus unserer AbiBac-Partnerschule, dem Lycée Alfred Kastler in Guebwiller nahe Colmar. Mit etwas Verspätung traf die französische Gruppe am Montag, den 18. Mai gegen 14 Uhr in Andernach ein. Begrüßt wurde sie im JUZ, dem Jugendzentrum der Stadt, da die deutsch-französische Gruppe die stattliche Größe von über 70 Jugendlichen umfasste. Im JUZ gab es reichlich Platz für ein gemeinsames Mittagessen und eine anschließende Begrüßungsrunde. Danach war Bewegung angesagt. Rugby und Laufspiele standen auf dem Programm für den ersten gemeinsamen Nachmittag: reichlich Gelegenheit, sich beim Sport besser kennenzulernen, bevor es am Abend in die jeweiligen Gastfamilien ging.

Der zweite und dritte Tag der Begegnung stand ganz im Zeichen gemeinsamer Projektarbeit. Während heute Deutsche und Franzosen einträchtig miteinander leben, sah die Realität vor 100 Jahren noch ganz anders aus: Der Erste Weltkrieg brachte millionenfaches Leiden und Sterben über Europa. Gemeinsam beschäftigten die Schülerinnen und Schüler sich mit den Briefen eines jungen deutschen Soldaten, der in den Jahren 1914/15 mehrere Briefe an seine Familie in der Eifel schrieb, bevor er im Sommer 1915 zu Tode kam. So galt es, gemeinsam den Inhalt der Briefe zu verstehen und sich in die Situation der Soldaten hineinzuversetzen: Was würdet ihr heute, im Jahr 2015, in eurer deutsch-französischen Gruppe diesem Soldaten von damals schreiben wollen? So lautete der Arbeitsauftrag für den Mittwoch Morgen und am Ende standen 19 Briefe in schönster Handschrift auf schönem Papier adressiert an den Soldaten Wilhelm Müller, der vor genau einem Jahrhundert sein junges Leben im Krieg lassen musste. Schade, dass Wilhelm diese Briefe nicht mehr lesen kann, denn der Inhalt war sehr berührend und zeigte, wie sehr die Jugendlichen sich mit seinem Schicksal und der damaligen Zeit auseinandergesetzt hatten.

So verging der Vormittag schnell und da Freundschaft ja bekanntlich durch den Magen geht, durfte ein gemeinsames Mittagessen für Deutsche und Franzosen nicht fehlen. Pizza stand auf dem Speiseplan - allerdings nicht sehr lange, denn die bestellten Leckereien wurden innerhalb kürzester Zeit vollständig verputzt. Kurz danach kam auch schon der Bus, der die französischen Schülerinnen und Schüler wieder nach Hause bringen sollte. Und so wurde ausgiebig geküsst, umarmt und gewunken, wobei sich alle einig waren: Die Zeit ging viel zu schnell vorüber! Auf Wiedersehen in Guebwiller!