Bosse kehren zurück in die Schule

Die Unternehmer von heute informierten während des BOSS-Aktionstages am Bertha-von-Suttner-Gymnasium ihre möglichen Nachfolger. So kamen sieben regionale Unternehmer in die Schule, um die 103 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 in einem sechstündigen Projekt auf das selbstständige Geschäftsleben vorzubereiten. Der BOSS-Tag selber findet landesweit an sehr vielen Schulen statt. Das Besondere an der Umsetzung am Bertha-von-Suttner-Gymnasium ist die enge regionale Verknüpfung und das seit Jahren bestehende Engagement von lokalen Unternehmern, die sich hier unentgeltlich einbringen.

"Wer ein Unternehmen gründen möchte, braucht eine erfolgsversprechende Geschäftsidee, die sich abhebt", so der Organisator Matthias Heubach, der als Sozialkundelehrer an der Schule tätig ist. Die Schüler hielten sich an die anfangs aufgestellten Vorgaben der geladenen Experten und entwickelten in Gruppenarbeit einen Buisnessplan für ihre ganz persönliche Geschäftsidee, wobei sie einen erfrischenden Enthusiasmus an den Tag legten. Bei den vielen Geschäftsideen zeigte sich: Der hiesige Mittelstand kann auf wagemutigen Zuwachs hoffen. Die Vorschläge reichten vom veganen Foodtruck, einem Einkaufsservice für Senioren bis hin zur Automatenapotheke für abgelegene Eifeldörfer. Dieses Jahr platzierten auch viele ihre Unternehmen im Event-Bereich, so könnten bald wohl immer ausgefallenere Hochzeiten in der Region gefeiert werden. In der Realität werden leider nur wenige der angedachten Geschäftsideen verwirklicht, wobei allerdings einige "Absolventen" des Boss-Tages mittlerweile auch schon als erfolgreiche Existenzgründer wirken.

"Berufs- und Lebenswege sind nicht völlig planbar!", so der Tenor der geladenen Unternehmer, die am Ende gerade die Kreativität und den Erfindergeist der Schülerinnen lobten. Dabei betonten sie: "Schließlich ist dies die Grundlage für neue Unternehmungen und somit auch der Motor für neues Wachstum!" Zuvor wurde der Unternehmernachwuchs in einer fünfstündigen Planungsphase vielfältig, vom Finanzierungsplan bis zur Machbarkeitsanalyse, beraten und betreut. Bei den geladenen Experten handelte es sich um Lars May (ehemaliger Schüler und selbstständig mit einem Fotostudio), Max Blum (Unternehmensentwicklung), Christian Heller (Andernach.net), Marco Döhr (Kreissparkasse Andernach) und Thorsten Engels (Fahrschule in Andernach). Am Ende waren sich die Profis und Schülerinnen einig: "Frühzeitig als Jugendlicher die Möglichkeiten in den Blick zu nehmen, einmal als Selbstständiger zu arbeiten, das kann bei der Gestaltung des zukünftigen Lebensweges mitunter entscheidend sein."