Spätherbstliches Chorkonzert des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums

Die Andernacher Hospitalkirche stellte einen würdigen Rahmen dar, als am Abend des 23.11. das Bertha-von-Suttner-Gymnasium ein Chorkonzert zur Aufführung brachte.
Schulleiter Ulrich Hotz führte mit kurzen Worten in die besondere Stimmung der dargebotenen Werke ein.

Bereits den Auftakt gestaltete der Mädchenchor sicher und stimmungsvoll mit dem berühmten "Abendsegen" aus Humperdincks "Hänsel und Gretel".
Nach dem nun folgenden romantisch-schwebenden "Pie Jesu Domine" aus Faurès Requiem, von der Empore vorgetragen, intonierte nun Lehrer Georg Friedrich ein Andante von Mozart. Ausgeführt am Orgelpositiv im Chorraum, stellte das Werk ein fast verspieltes, heiteres Gegengewicht zum ernsten Sujet des Programms dar.
Besonders wirkungsvoll geriet auch das "Engelsterzett" aus Mendelssohn-Bartholdys "Elias": Hier zeigte sich zum einen, dass auch Schüler selbst zum Taktstock greifen können (Dirigentin Frederike Krischer, Klasse 12), zum anderen aber auch die Stimmsicherheit der jungen Sängerinnen, die ihre dreistimmige A-cappella-Aufgabe souverän meisterten.

Das STABAT MATER DOLOROSA des früh verstorbenen Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736) zeigt die schmerzensreiche Mutter Maria, die unter dem Kreuz stehend zuschauen muss, wie ihr Sohn sein Leben für die Menschen hingibt. So wird der Zuhörer mitgerissen vom Leid der Mutter: fac me vere tecum flere, lass mich wahrhaft mit dir weinen. Der Martertod des Sohnes wird über den Schmerz der Mutter für den Hörer zur wahrhaften Katharsis, so kann er die tröstende Liebe Gottes mitempfinden. Pergolesi verschmolz diese getragene Stimmung mit opernhaften Elementen. Die scheinbare Sinnlosigkeit des Leids erstrahlt damit in einem beinah tröstenden Licht, das so tief nur durch Musik vermittelt werden kann.

Besonders die solistischen Partien brachten dies eindrucksvoll zur Geltung. Eine der Solistinnen des Abends, die Schülerin Elisa Birkenheier (Klasse 12), bewies ihre herausragenden Fähigkeiten zuerst am verzierungsreichen "Pertransivit gladium" und später beim düsteren "Dulcem natum morientem". Unter ihrer Mitwirkung und den Beiträgen weiterer Solisten geriet das "Stabat Mater" so zum andächtigen und wirkungsmächtigen Höhepunkt des Konzerts.
Der Dank des Publikums gebührte anschließend auch nicht nur dem gut aufeinander eingestellten Kammerensemble (u.a. mit Lehrer Vitali Reitz, Orgel), sondern neben den Schülern nicht zuletzt ihrem engagierten Musiklehrer Georg Friedrich, der für die Konzeption und die sichere Gesamtleitung des gelungenen Konzertabends verantwortlich zeichnete.
So bewies das Gymnasium mit seinem bilingual-französischen Zweig, dass seine Schüler nicht nur mit anspruchsvoller klassischer Musik, sondern auch mit fließendem Latein überzeugen können.

Alexander Kelter