Joseph und sein Träumerkleid
Webber-Musical am Bertha von Suttner Gymnasium aufgeführt

Vor den Herbstferien begeisterte eine Produktion des Bertha-von-Suttner Gymnasiums mit dem Musical Joseph and the amazing technicolor dreamcoat an drei Abenden die Zuhörer in der Mittelrheinhalle Andernach.

Über ein Jahr hatten Schüler der Klassen 7 bis 13 Andrew Lloyd Webbers Frühwerk einstudiert. Um die biblische Geschichte von Vater Jakob, Sohn Joseph und seinen Brüdern auf die Bühne zu bringen, leisteten viele Schüler, engagierte Eltern und ein Lehrerteam großartige Arbeit. Denn der Stoff ist anspruchsvoll: "Joseph ist auch eine Entwicklungsgeschichte von Narzissmus und Eifersucht zu einer Reife, die versöhnungsfähig macht", erläuterte Religionslehrer Dr. Paul Petzel im einführenden Programmtext das Werk.
Das prächtige Bühnenbild steuerten Schüler des Kunstkurses bei, angeleitet vom Lehrer Dr. Stefan Fischer, farbenfrohe Kostüme nähten die jungen Schauspieler selbst. Eltern hatten sich bereiterklärt, die Akteure in der Maske auf ihren Auftritt vorzubereiten.

Hochkonzentriert wirkte der Chor aus Schülern der 7. und 8. Klassen mit und übernahm dabei auch verschiedene Rollen: mal als Israeliten, mal tanzende Sklavenhändler oder als Ägypter. Eine elfköpfige Band untermalte dabei die jungen Sänger und setzte gekonnt musikalische Akzente, einstudiert von Lehrer Thomas Monnerjahn. Ein hohes Maß an Flexibilität war gefragt, bedient sich Webber doch einer Vielzahl schmissiger Parodien aus der Musikwelt. Der abwechslungsreiche Mix aus Rock'N'Roll, Cha Cha Cha, Calypso, Chanson und Country-Balladen wurde von den jungen Musikern stilsicher und soundtechnisch auf hohem Niveau zu Gehör gebracht.


Schlussszene: Vater Jakob wieder glücklich vereint mit Joseph und seinen Brüdern"

Fast alle Gesangspartien waren mehrfach besetzt, die jungen Sänger präsentierten sich in Hochform. Mit klaren Stimmen erzählten sie die durchweg gesungene Geschichte, wie Joseph mit traumwandlerischer Sicherheit seine Familie wieder zusammenführt. Viele witzigen Einfälle wurden dabei im Zusammenspiel der Akteure entwickelt, an der choreographischen und schauspielerischen Umsetzung wirkte auch Deutschlehrerin Sonja Schmitt mit. Beachtliches leistete vor allem Schüler Sebastian Thier aus der neunten Klasse: Als jüngster Solist spielte er an allen Abenden sowohl den Vater Jakob als auch den Ägypter Potiphar und bewies einmal mehr, dass Jungen überzeugend singen können.

Die Zuhörer belohnten die hochmotivierten Schülerinnen und Schüler mit großem Beifall und forderten viele Zugaben. Das erfreute besonders Musiklehrer Georg Friedrich, der die Gesamtleitung der gelungenen Musicalproduktion innehatte. Ein rundum zufriedener Schulleiter Ulrich Hotz dankte allen Akteuren: "Die harte Arbeit hat sich gelohnt!"

Alexander Kelter